Fünf Jahre

Ein Fähnchen im Wind

Fünf Jahre sind seit der Abmahnwelle seitens Volkswagen gegen ein großes, privates > Internetportal zum VW Golf < vergangen. Das Echo kam prompt aus der Internetcommunity in Form eines großen Aufschreis, der wenig später in einen Shitstorm gipfelte. Fortan verhielten sich die Juristen in Wolfsburg etwas umgänglicher und sensibler, was die Durchsetzung von sachlich sicher richtigen Urheberrechten angeht. Die Kratzer im Image aber waren vorhanden und wenn es ein gewisses Vertrauen in die gemeinsame Sache gab, war auch das futsch.

Fünf Jahre sind viel Zeit. In Peking baut man in weniger Zeit einen internationalen Flughafen. Dass man in Deutschland etwas langsamer ist, sieht man am Beispiel BER. Aber auch in der nur wenige Flugminuten entfernten VW-Konzernzentrale ist der Unterschied zwischen Fortschritt und Stillstand nur schwer auszumachen. Ich nehme mir die Zeit, einmal ein vorläufiges Resümee zu ziehen – keine Sorge, das geht schnell! Zur Verteidigung von Volkswagen muss man sagen: sie waren sich bewusst, „ein wenig“ über das Ziel hinausgeschossen zu sein und mehr oder weniger versehentlich die Volkswagen-Fanszene ins Herz getroffen zu haben. Man gelobte Besserung, Läuterung, äußerte Versprechen sich wieder zum Thema zu melden, auf Facebook und in anderen Medien. In der Folge wurden Volkswagen Markenclubs angesprochen, Probleme erhört und Lösungen skizziert. Eine davon war eine Art „Markenfibel“ – ein kurzes Handbuch über die Do’s & Don’ts im Umgang mit Logos sowie urheberrechtlich geschütztem Material. Begleitet von der Agentur, die seinerzeit sogar die Konzernmarke Volkswagen betreute, traf man sich auf dem neutralen Boden der Stiftung AutoMuseum Volkswagen. Viele Hände wurden geschüttelt, man war seitens der Club-Vertreter hoffnungsvoll und seitens der Agentur dankbar für die Zusammenarbeit mit den Clubs. So oder so ähnlich würde es im Protokoll stehen, wenn es eines gäbe. Mit dem Ausbleiben eines Ergebnisprotokolls und Einsetzen eines gewissen Dämmerschlafes in der Thematik zogen meinerseits wieder die ersten Bedenken auf und weitere Ergebnisse lassen auf sich warten – bis heute. Eine Markenfibel oder ähnliches gibt es immer noch nicht, also besteht im Grunde weiterhin die latente Gefahr, unbeabsichtigt erneut in den juristischen Fettnapf zu treten. Man könnte sagen es sei Instant Karma, dass jetzt Volkswagen selber in diesem steckt, ja sogar kopfüber mit doppelter Schraube hineingesprungen ist. Dass Volkswagen mit der Dieselthematik aktuell andere Probleme zu bewältigen hat, ist verständlich. Aber mit jedem weiteren Tag der vergeht, schwindet bei mir die Hoffnung, dass im Klassik-Sektor einige wichtige Grundlagen im Umgang mit den Fans der Marke geschaffen werden – und wir sind schon bei Tag 1.841. Oder anders ausgedrückt: über fünf Jahre.

Ein weiterhin nachdenklicher
Basti | Mail Man G40

Alles lief rund bei der „Rund um Wesel“

„September“ steht nun auf dem Kalender und wie zur Bestätigung sinken die Temperaturen bereits deutlich an den stetig kürzer werdenden Tagen. Die Leute sprechen von „Herbst“, Übergangsjacken und Weihnachtsgebäck in den Supermarktregalen. Igitt! Kommt gar nicht in Frage. Verleugnung – die erste Phase im Trauerprozess, dass der Sommer 2017 auf Abschiedstournee ist.
Für meinen Beifahrer Erich (der beste Beifahrer der Welt!) und mich ist die „Rund um Wesel“ in unserer Region eine feste Größe. Und es war ein Kraftakt: nicht nur, dass der Oldtimer meiner Eltern einige (viele) Streicheleinheiten einforderte – auch unser Fahrzeug erster Wahl fiel just am Tag zuvor mit einer Leckage an der mechanischen Kraftstoffpumpe aus. Macht nichts, fahren wir halt Polo G40, ist ja jetzt nicht sooo schlimm. Das Wetter sollte wider meines persönlichen Erwartens sogar noch einmal schön werden.
Mit entsprechend früher Nennung durften wir schon 12 Minuten nach dem Start des ersten Fahrzeuges auf die Piste, 48 weitere Old- und Youngtimer folgten uns im Minutentakt entlang dem schönen Niederrhein. Stolz wie Oscar, dass wir das kleine „Häkchen“ im ersten Kreisverkehr auf unserer Habenseite buchen konnten, tappten wir wenige hundert Meter voll in die Falle der Automobilisten des unteren Niederrheins. Wenn nämlich die als Chinesenzeichen gegebenen Fahraufträge nummeriert wurden, dann sind diese auch in der Reihenfolge dieser Nummerierung abzufahren. Und nicht in der Reihenfolge wie sie aufgeschrieben stehen! Zum Glück kassierten wir nicht den Stempel in die Bordkarte, der unser Versagen dokumentenecht bestätigt hätte. Stattdessenn kurvten wir nur einen knappen Kilometer vom Start zunächst hilfs- dann auch orientierungslos umher. Dankenswerterweise entdeckte mein Beifahrer Erich die gestellte Falle und wir nahmen die Fährte wieder auf, notierten die versteckte OK an der richtigen Stelle und bekamen auch den Stempel genau so wie es die Musterbordkarte später als Ideallösung ausweisen sollte.
Nun mit der Gewissheit, dass wir keine Rallyegötter sondern normale Sterbliche sind, ging es für uns endlich weiter. Zusätzlich zu den geschickt platzierte OK galt es auch so genannten „stumme OK“ – hier: Buchstaben von Ortseingangs- und Rückseiten- sowie Hinweisschildern und zusätzlich die Querung von Bahngleisen – zu notieren, um die Zahl der Fehlerpunkte möglichst auf ein Minimum zu begrenzen. Vorbei an renitenten (und/oder betrunkenen?) Radfahrern auf der Strecke und einem Chinesenlabyrinth im Fahrauftrag setzten wir unsere Fahrt bis zur GLP fort und ließen den Polo G40 zwischenzeitlich auch das ein oder andere Mal von der Leine. Bei der GLP bzw. Sollzeitprüfung lautete die Aufgabenstellung, eine vorher definierte Strecke mit einer ebenso definierten Durchschnittsgeschwindigkeit zu fahren. Die Tabellenbücher haben wir bei Rallyes immer an Bord, also spurteten wir mit tickender Stoppuhr nach dem „Los“ zügig an. Zu unserer Freunde kreuzten wir die Lichtschranke exakt auf die Nachkommastelle sekundengenau und durften diese Sonderprüfung mit null Fehlerpunkten verlassen. Vorbei an einer Kornbrennerei, der Märchenoma in Suderwick und einer SK mit Fahrgeschicklichkeitsaufgabe und im weiteren Verlauf mit einer Frage zum eigenen Teilnehmerfahrzeug blieb die gesamte Rallye am Niederrhein spannend und fordernd.
Und weil wir dem G40 auch artengerecht Auslauf gewährt haben, kamen wir als einer der Ersten im Ziel an. Nach der wie immer beeindruckend schnellen Auswertung durften wir uns über den 6. Platz in der stärksten Klasse freuen und auch unsere Clubkollegen räumten den Tisch mit den glänzenden Staubfängern reihenweise leer. Der Freudentaumel erhielt einen jähen Dämpfer, als wir nach draußen in die Kälte traten und protestierend die Übergangsjacken anzogen. Der Sommer 2017 hätte ruhig etwas länger bleiben können, verdammt nochmal! Aufbrechende Emotionen: die zweite Phase im Trauerprozess. Bleiben noch zwei weitere Phasen zu überstehen – und dann ist bestimmt schon Winter. Vielleicht schmeckt dann auch das Weihnachtsgebäck.

Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass der ACN Wesel wieder einmal eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt hat. Auch wenn man hier in der Region schon gefühlt jede Milchkanne kennt, war die Route einfalls- und abwechslungsreich. Die kleinen Fallen gehören ganz klar in die Kategorie der liebenswerten und interessanten Herausforderungen, von daher „Chapeau!“ – Ihr habt uns ein wenig geleimt und wir fanden es toll. Wir kommen wieder. Und dann passen wir besser auf. Gut – das haben wir bei dieser Rallye auch gesagt. Aber 2018 machen wir es wirklich… 🙂

Techno Classica 2017 – Paradies für Fans des G-Laders

Der VW Golf Limited 16V-G60 mit der laufenden Nummer 13 gehört einem Mitarbeiter von Volkswagen

Die Techno Classica in Essen wird zu Recht als die „Mutter aller Oldtimermessen“ bezeichnet. Alle Hallen in der Grugamesse sind proppevoll mit Altblech, Zubehör und Leuten auf der Suche genau danach. In den Jahren lernt man, die zum Teil absurden Preisvorstellungen einiger Oldtimerhändler ohne aufbrausende Emotionen in einem Zustand zu registrieren, der zwischen einfacher Ignoranz und Gleichgültigkeit liegt.
Konzentriert man sich auf die wesentlichen Dinge, bleibt der Blick auf die rund 200 Oldtimerclubs. Gerne als das „Salz in der Suppe“ bezeichnet kämpfen diese einen erbitterten Existenzkampf gegen die finanziell bestens untermauerte Nachfrage nach Verkaufsflächen. Zum Glück hat die Siha, der Veranstalter der Techno Classica, zumindest noch jetzt die Markenclubs unter eine Form von „Artenschutz“ gestellt. Meine Person bzw. Verein gehört zu denen, die ohne gewerbliche Absichten zwar für die zur Verfügung gestellte Fläche nichts zahlen müssen, die aber trotzdem zur reinen Repräsenz des Clubs bzw. der Aktivitäten und der favorisierten Fahrzeuge eine große Last an Arbeit, Zeit und eben auch Geld auf sich nehmen.
Aus Sicht des Fans von Volkswagens G-Lader war das Jahr 2017 ein Paradies. Zwar änderte z.B. Volkswagen Classic das Standkonzept mehrfach, in der finalen Fassung fanden sich jedoch gleich drei Fahrzeuge mit G40 bzw. G60-Lader: ein Polo GT G40 wurde von einem Clubkollegen von mir als Exponat ausgeliehen, weiterhin gab es einen VW Corrado 16V-G60 (Einzelstück) von Volkswagen Classic Parts zu sehen und darüber hinaus einen frisch restaurierten VW Golf Limited, der von einem VW-Mitarbeiter als Leihgabe bereit gestellt wurde. Zu dem Corrado wird es hier bald eine Einzelvorstellung geben in der Rubrik „Fahrzeuge“.
Am Clubstand der VW Polo IG Deutschland e.V. thematisierte man das Jubiläum „30 Jahre Polo G40“, denn im April 1987 kamen die ersten Fahrzeuge der legendären „500er Serie“ nach einiger Wartezeit der Käufer endlich auf die Straße. Die beiden Polo G40 der Interessensgemeinschaft zum klassischen VW Polo zeigten die Kluft zwischen einem zeitgemäß verbrauchten Fahrzeug zu einem Gegenüber gleichen Typs in perfektem Neuwagenzustand. Dass dazuwischen auch schon einmal 20.000-30.000 Euro liegen können, konnte am Beispiel anschaulich erklärt werden.
In der Galerie habe ich mich auf Fotos beschränkt, die nicht wie sonst acht SL Flügeltürer, F40 oder -zugegeben- seltene und geile Oldtimer zeigen, sondern wirklich die Essenz dessen, was mich persönlich dieses Jahr besonders angesprochen hat. Im Fokus natürlich die Volkswagen mit G-Lader.

Polo G40 Zulassungsstatistik 2017

Die neuen Zahlen sind da und sie spiegeln das wider, wie sich der Markt aktuell anfühlt: es gibt immer weniger Dynamik.
Während beim 2er G40, also dem Vorfacelift, schon länger die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge bei rund 90 Stück nur um wenige Zähler schwankte, ist sie im letzten Jahr sogar absolut konstant geblieben (+/- 0). Inzwischen ist ein Großteil dieser Fahrzeuge auch in der Szene bekannt.
Beim Facelift-G40 fiel die Zahl bis vor ca. 10 Jahren noch um mehrere hundert Einheiten pro Jahr, inzwischen steht sie auch hier kurz vor dem absoluten Stillstand. Lediglich 22 Anmeldungen fiel die Zulassungsstatistik zum Stichtag 1.1.2017 gegenüber dem Vorjahresstichtag geringer aus und liegt nun bei unter 800 Einheiten.
Vorsichtig interpretierend könnte man schlussfolgern, dass der Prozess des „Trennen von Spreu und Weizen“ auch bei den Facelift-G40 bald abgeschlossen ist: gute bzw. restaurierbare Fahrzeuge gelangen und bleiben in Liebhaberhand, schlechte Fahrzeuge verschwinden alsbald komplett von der Bildfläche und dienen der Teilegewinnung.

30 Jahre Polo G40 im VW Classic Magazin

Ab heute im Handel: die aktuelle Ausgabe der VW Classic – inklusive der Story „Happy Birthday Polo G40“ mit einer großen Hommage an die G40-Modelle, deren erste Exemplare 1987 auf die Straße kamen. In einem 9-seitigen Bericht werden die unterschiedlichen G40-Polos vorgestellt, darunter auch ein Fahrzeug aus der Sammlung „G-Lader.info“.

Link zum Volkswagen Classic Magazin

Sonderausstellung „40 Jahre Polo“ im Volkswagen AutoMuseum Wolfsburg

Jung, dynamisch, unkonventionell – so könnte man den Polo umschreiben. Der kleine Bruder des Golf feiert in diesem Jahr sein 40. Jubiläum. Das AutoMuseum Volkswagen widmet dem Geburtstagskind eine eigene Sonderausstellung, die den Ideenreichtum dieses Klassikers in seinen ersten beiden Generationen präsentiert. Selbstverständlich wird der „Ur-Polo“ von 1975 ausgestellt, aber auch die sportlichen Varianten wie das bis heute sehr beliebte Polo Coupé G 40 und der eine oder andere private Umbau, z. B. zum Derby Cabriolet oder zur verbreiterten Rennsport-Version. Die Schau wird vom 23. Juli bis 4. Oktober 2015 zu sehen sein.

Volkswagen AutoMuseum Wolfsburg
Sonderdrucke anlässlich des Jubiläums „40 Jahre Polo“

Nach den Prototypen halten die „Kleinen“ aus Wolfsburg Einzug im Museum. Mit über 20 Polos (und selbstverständlich auch Derbys) zeigt das Volkswagen AutoMuseum in Wolfsburg zum Teil ganz besondere Zeitzeugen. Dabei sind insbesondere seltene Fahrzeuge oder Unikate der ersten beiden Generationen zu sehen, einige davon werden zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gezeigt. Fans des Polo G40 werden auf Ihre Kosten kommen, denn ganze sieben g-ladene Polos werden Teil der Sonderausstellung. Darunter auch einer meiner eigenen Polo G40, der als Leihgabe die Themeninsel „Power-Polos“ ergänzen wird.

Hier gibt es natürlich die ersten Bilder in der Galerie.

Sonderausstellung „Kleinstserien. Studien. Prototypen.“ im Volkswagen AutoMuseum Wolfsburg

Happy Birthday, AutoMuseum! Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern – als wir dem AutoMuseum anlässlich des 25. Geburtstages eine gerahmte Originalausgabe der Pressemitteilung anlässlich der Eröffnung geschenkt haben (Link). Das ist nun schon wieder 5 Jahre her und der nächste runde Geburtstag wurde in Wolfsburg gefeiert.
Im gleichen Zug wurde auch die neue Sonderausstellung „Kleinstserien. Studien. Prototypen.“ eröffnet – und der Name sagt schon alles. Hochinteressante Fahrzeuge sind dort nun zu sehen – viele davon sind erstmalig ausgestellt, andere seit vielen Jahren Standzeit hinter verschlossenen Türen wieder zu sehen. Wie zum Beispiel der IRVW4 „Futura“, das Studienfahrzeug von der IAA 1989 mit Flügeltüren, ein Fahrzeug mit einem der ersten Benzindirekteinspritzer-Motor – und G40-Lader!
Natürlich habe ich wieder Bilder mitgebracht, diese finden sich in der Galerie.

Techno Classica 2015

Die Techno Classica war der Grund, warum es hier auf G-Lader.info in letzter Zeit etwas still wurde. Uns („uns“ meint hier: die VW Polo IG Deutschland e.V.) wurde die Ehre zu Teil, Volkswagen Classic beim Auftritt zum Thema „40 Jahre Polo“ zu unterstützen. Dazu haben wir im Vorfeld Vorträge ausgearbeitet, Kontakte und Fahrzeuge für Fotoshootings vermittelt, Korrektur gelesen und vieles, vieles mehr. In der eigentlichen Messewoche galt es dann nicht nur den eigenen Stand der VW Polo IG Deutschland e.V. mit neuem Logo und neuem Auftritt zu bestellen, sondern auch die Kollegen von Volkswagen Classic am eigenen Stand zu flankieren. Und das war -um es mit wenigen Worten zu sagen- ein Kraftakt, aber großartig. So viele interessante Gespräche und mindestens ein Kontakt kamen zustande, der sich bereits im Nachgang als überaus wertvoll erweisen sollte. Volkswagen Classic brachte zum Jubiläum sieben interessante Meilensteine aus der Polo-Geschichte mit, drei davon sogar mit G-Lader: der 1985er „Weltrekord G40“, ein Öko-Polo D.i. G40 und ein Facelift Polo G40.
Obwohl ich selber nicht die Zeit hatte, mir die ganze Messe anzuschauen, war 2015 das intensivste und erfolgreichste Jahr.
Leider kann man gewisse bedenkliche Trends bei der Techno Classica erkennen, dazu wird es in Kürze ein gesondertes Editorial geben.

Nun aber erst einmal viel Spaß beim Durchgucken der Fotos in der Galerie

Volkstyle Base Vol. II

Das Event Volkstyle Base feierte seine erste Wiederholung und knüpfte nahtlos an das Konzept vom letzten Jahr an: eine tolle Location und themenbasierte Hangare mit den (selbsternannten?) Highlights. Wo auf dem ehemaligen Militärflugfeld früher Flugzeuge starteten, war an diesem Tag nur eines abgehoben: die Preise. Ich kenne Eintrittsgebühren für Tagestreffen zwischen 5,- und 10,- Euro als allgemein üblich, für besondere Qualität (M.I.V.W) akzeptiere ich auch mal 15,- Euro. Aber Volkstyle Base schlug mit ganzen 17,- Euro zu Buche und bot weder eine Willkommenstüte mit einer alten Klolektüre (VW-Zeitschrift) bzw. einen Aufkleber o.ä. noch andere erwähnenswerte Dinge. Angeblich 12,- Euro Eintritt und 5,- Euro Parking – ja nee, soll ich mein Auto in die Hosentasche packen? Für mich steht fest: am Tag der Volkstyle Base Vol. III werde ich nächstes Jahr eine andere Veranstaltung einplanen. Ein paar teure Bilder habe ich trotzdem mitgebracht: Galerie

Editiorial: Früher der Neon-Klecks, heute „Stancing“

Man kann sich fragen, was „Mode“ eigentlich genau ist. Viele und auch ich denken dabei zuerst an halbnackte, anorektische Models, die in unpraktischen Kleidungsstücken über einen Pariser Laufsteg stöckeln wie ein Storch im Salat. Ist Mode das, was uns gut gefällt, oder das, was uns suggeriert wird, zu gefallen? Oder einfach nur ein Herdentrieb, getragen und multipliziert von den Medien? Dazu darf jeder seine eigene Ansicht ermitteln. Aber bitte ohne Aluhut.
Dies ist wieder einmal ein Editorial von mir, dem Webmaster, und daher schreibe ich auch ein paar Gedanken von meiner Seite dazu auf. Ich für meinen Teil habe viele Moden kommen und gehen sehen. Oder man sagt „Trends“ dazu, auch diese kommen und gehen. Sehr lebhaft erinnere ich mich an die 1980er. Airbrushs auf der Motorhaube lagen einmal voll im Trend. Heulende Wölfe, Gewitterhexen, im Mondlicht springende Delphine – die Kreativität machte auch damals schon keinen Halt. Später waren es diese neon-farbenen Kleckse, die bevorzugt an Kleinwagen-Karosserien hafteten wie früher einmal Schulterpolster in Polyesterjacken. Hand aufs Herz – wer hat sich damals den Aufkleber aus dem Baumarkt mitgebracht, zwischen Primeln und Grillkohle? Ich jedenfalls nicht. Ein paar Jahre später waren Flipflop-Lackierungen der letzte Schrei. Kaum ein Highend-Tuningfahrzeug kam ohne schillernde Mehrfarblackierung aus. Und hier muss ich tatsächlich zugeben, dass es Farbkombinationen gab, die mir persönlich sehr gut gefallen haben. So – bis hierhin mal ein Summenstrich. Was sehen wir davon heute noch? Kaum etwas. Diese Trends sind vorbei, diese Mode ging schon lange in die Altkleidersammlung, sind so uncool geworden wie das Arschgeweih.

Auch heute schlendere ich noch über Auto-Treffen und stelle fest, wie alt und verknöchert ich doch mit meinen Ansichten geworden bin. Zum Beispiel der Trend zum „Rat-Style Look“: dieser schwappte aus der US-Szene rüber und hat sich lange gehalten. Inzwischen ebbt die Zahl von Fahrzeugen mit Rost-Effekt lackierten Plastikstoßstangen (zum Glück) wieder ab. Neue „Ratten“ (frei übersetzt ist eine „Ratte“ ein mutwillig zerstörtes Fahrzeug mit der Absicht zu zeigen, dass sich der Besitzer für gar nichts schämt) werden zukünftig dann wohl nur noch von Leuten gebaut werden, die sich einfach keine vernünftige Karre leisten können. Ich muss bei der Vorstellung schmunzeln, wenn vielleicht einmal deren Kinder Fotos von Papas coolen Autos von früher sehen wollen. Auch wenn zugleich die Vorstellung schockt, dass sich diese Klientel zumindest biologisch in der Lage ist, sich fortzupflanzen.
Noch recht neu oder bislang außerhalb meiner Wahrnehmung scheint aktuell das so genannte „Stancing“ zu sein. Dazu habe ich mich im Internet mal nach einer Definition umgesehen und fand sinngemäß folgende Erklärung: „Stancing ist das Verändern der Rad-Reifen- und Fahrwerkskombinationen in der Art, dass Reifenflanke und Kotflügelkante möglichst nah in Ruheposition stehen.“ Aha. Meine eigene Definition dazu lautet: „Stancing ist eine Art des Tunings, mit möglichst viel Geldaufwand und irreversiblen Veränderungen an der Karosserie die maximale Verschlechterung der Fahrbarkeit zu erlangen.“ Mitnichten – ich glaube niemand hat etwas gegen schöne Felgen, die auch teuer sein können. Nicht einmal ich, der sich selber als notorischer Motzkopf sieht. Nur ein paar Erlebnisse beim zuletzt besuchten M.I.V.W wollen (müssen?) offenbar noch verarbeitet werden: da gab es diese – nennen wir sie mal „VW- und Audi-Fans“, die mit ihrem Fahrzeug aus aktueller oder nur kürzlich eingestellter Produktionslinie voll angesagt waren, zumindest wenn man den Medien (s.o.) glaubt. Fette Pellen fallen sofort ins Auge, die allein mehr kosten als ein gepflegter Youngtimer (MIT Charakter… *hust*). Fehlen darf auch nicht der Ebay- Standardsatz Sticker (Shocker-Hand, Wheel-Whore…). Und natürlich Airride, ein Luftfahrwerk mit variabler Höhe. Und so gab es sich, dass diese Kombinationen aus Fahrzeug und „Fan“ über den Platz gockelten und wenn mal zu wenig Leute in deren Richtung guckten, wurde kurzerhand das Luftfahrwerk auf die maximale Tiefe gefahren. Das führte dann unweigerlich dazu, dass irgendwas am oder der Fahrzeugunterboden lautstark auf der Fahrbahn kratzte. Natürlich guckten dann wieder alle, Ziel erreicht. Eine Niveauregulierung für den Geisteszustand der Insassen hätte in meinen Augen mehr Sinn gemacht.
Effekthascherei um jeden Preis – das ist die Konstante in allen Trends. Was das Rad für den Pfau oder der rote… *piep*… für den Pavian, das sind auch Trends der so genannten Automobilkultur. Vorbei ist die Zeit, in der einfach interessante Fahrzeuge zählten – heute haut man einen Golf >5 platt auf die Straße, packt fette Räder und einen Haufen Sticker drauf. Fertig ist der „Pokaljäger“ und der Artikel in der Szenezeitschrift.
Trends polarisierten schon immer und das wird sich wohl auch nie ändern. Interessant finde ich nur, dass ich selber immer häufiger auf der Seite stehe, die verständnislos mit dem Kopf schüttelt.

Nehmt es mir bitte nicht übel und wer das schön findet – bitte. Ich muss ja nicht damit fahren. Früher war eh alles besser, inklusive der Rechtschreibung – das geht an alle, die sich über die (allerdings korrekte) Schreibweise des Wortes „Delphine“ wunderten.

Trends polarisierten schon immer und das wird sich wohl auch nie ändern. Interessant finde ich nur, dass ich selber immer häufiger auf der Seite stehe, die verständnislos mit dem Kopf schüttelt.

Auch heute schlendere ich noch über Auto-Treffen und stelle fest, wie alt und verknöchert ich doch mit meinen Ansichten geworden bin. Der Trend zum „Rat-Style Look“ schwappte aus der US-Szene rüber und hat sich lange gehalten. Inzwischen ebbt die Zahl von Fahrzeugen mit Rost-Effekt lackierten Plastikstoßstangen (zum Glück) wieder ab. Neue „Ratten“ (frei übersetzt ist eine „Ratte“ ein mutwillig zerstörtes Fahrzeug mit der Absicht zu zeigen, dass sich der Besitzer für gar nichts schämt) werden zukünftig dann wohl nur noch von Leuten gebaut werden, die sich einfach keine vernünftige Karre leisten können. Ich frage mich immer, was einmal deren Kinder denken, wenn Papa ihnen die Fotos seines Autos von früher zeigt? Noch recht neu oder bislang außerhalb meiner Wahrnehmung scheint aktuell das so genannte „Stancing“ zu sein. Dazu habe ich mich im Internet mal nach einer Definition umgesehen und fand sinngemäß folgende Erklärung: „Stancing ist das Verändern der Rad-Reifen- und Fahrwerkskombinationen in der Art, dass Reifenflanke und Kotflügelkante möglichst nah in Ruheposition stehen.“ Aha. Meine eigene Definition könnte lauten: „Stancing ist eine Art des Tunings, mit möglichst viel Geldaufwand und irreversiblen Veränderungen an der Karosserie die maximale Verschlechterung der Fahrbarkeit zu erlangen.“ Ja, mit der Erklärung kann ich mich anfreunden. Mitnichten – ich glaube niemand hat etwas gegen schöne Felgen, die auch teuer sein können. Nicht einmal ich, der sich selber als notorischer Motzkopf sieht. Nur ein paar Erlebnisse beim zuletzt besuchten M.I.V.W wollen (müssen?) offenbar noch verarbeitet werden: da gab es diese – nennen wir sie mal „VW- und Audi-Fans“, die mit ihrem Fahrzeug aus aktueller oder nur kürzlich eingestellter Produktionslinie voll angesagt waren, zumindest wenn man den Medien (s.o.) glaubt. Fette Pellen fallen sofort ins Auge, die allein mehr kosten als ein gepflegter Youngtimer (MIT Charakter… *hust*). Fehlen darf auch nicht der Ebay- Standardsatz Sticker (Shocker-Hand, Wheel-Whore… das volle Programm eben). Und natürlich Airride, ein Luftfahrwerk mit variabler Höhe (aber scheiße zu fahren). Und so gab es sich, dass diese Kombinationen aus Fahrzeug und „Fan“ über den Platz gockelten und wenn mal zu viele Leute in andere Richtung guckten, wurde kurzerhand das Luftfahrwerk auf die maximale Tiefe gefahren. Das führte dann natürlich dazu, dass irgendwas lautstark auf der Fahrbahn kratzte. Natürlich guckten dann wieder alle, Ziel erreicht. Ein Teil der Beobachter fokussierte den Grad der Tieferlegung des Fahrwerks, der andere die Tieferlegung des Geisteszustandes der Insassen. Effekthascherei um jeden Preis – das ist die Konstante in allen Trends. Was das Rad für den Pfau oder der rote… naja… für den Pavian, das ist Bling-Bling für die so genannte Automobilkultur. Vorbei ist die Zeit, in der einfach interessante Fahrzeuge zählten – heute haut man einen Golf >5 platt auf die Straße, packt fette Räder und einen Haufen Sticker drauf. Fertig ist der Pokaljäger und der Artikel in der Szenezeitschrift.