Tag der offenen Tür beim AutoMuseum Volkswagen in Wolfsburg

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens öffnete das AutoMuseum Volkswagen am 25. April 2010 seine Pforten. Bei perfektem Sonntagswetter fanden sich zahlreiche Gäste ein, die den kostenlosen Zutritt zum Museum nutzten und sich auf dem Parkplatz weitere Luft- und Wassergekühlte Volkswagen der eingeladenen Markenclubs ansehen konnten. Passend zum Jubiläum konnte man in den Ausstellungsräumen 25 Vitrinen bewundern, in denen liebevoll dekoriert Gegenstände von 1985 mit ihren Gegenstücken aus dem Jahr 2010 verglichen wurden. Dies waren zum Beispiel Lenkräder, Außenspiegel, Navigationshilfen aber auch Exponate zu anderen Themen außerhalb des automotiven Bereichs, etwa Foto-Kameras, Modekataloge und Zeitschriften.

Auch wir von der IG TYP 86 waren mit zwei VW Polos zu Besuch, einem 1989er GT Coupé und einem 1987er GT G40. In geselliger Runde mit den Kollegen von der Scirocco Original IG genossen wir die überaus entspannte Atmosphäre der Veranstaltung. Die Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer brachten zur Unterstützung einen Becks-Bulli samt Anhänger und dazu gehörigem Bierstand mit und auch das Volkswagen ClassicParts Center war mit schönen historischen Fahrzeugen präsent. Die Attraktion war natürlich Otto Weymann, der mit seinem 1942er Brezelkäfer die rund 200 Kilometer lange Strecke von Simmershausen bei Kassel nach Wolfsburg auf eigener Achse angereist war.

An dieser Stelle möchten wir dem AutoMuseum Volkswagen für diesen wunderbaren Tag ganz herzlich danken und dass die Markenclubs so unkompliziert und freundschaftlich an diesem freudigen Ereignis teilhaben durften!

Fotos gibt es wie immer in der Galerie.

Happy Birthday, AutoMuseum Volkswagen!

Heute vor genau 25 Jahren eröffnete die „Schatzkammer der Marke“, das AutoMuseum Volkswagen in Wolfsburg. Am 25. April 1985 nahmen zahlreiche Vertreter Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG selbst an der feierlichen Eröffnung teil. Zunächst wurden in den rd. 5.000m² großen Ausstellungsräumen an der Dieselstraße 35 ca. 100 Exponate, davon 70 historische Fahrzeuge, gezeigt. Die zum Teil aus Platzgründen ausgelagerte Sammlung umfasst heute mehrere hundert Fahrzeuge aus längt vergangener Serienproduktion, aber auch auch interessante Studien- und Motorsportfahrzeuge.

Frau Susanne Wiersch (im Bild links) und Herr Eckberth von Witzleben (rechts) erhielten schon vorab auf der Techno Classica von Vertretern der IG TYP 86 ein kleines Geburtstagspräsent: eine Originalausgabe der Pressemitteilung, die damals von der Volkswagen AG zur Eröffnung an die Medien verschickt wurde.

Den 25. Geburtstag begeht das Volkswagen AutoMuseum mit einem Tag der offenen Tür, zu dem auch Vertreter der verschiedenen Markenclubs eingeladen wurden.

http://www.volkswagen-automuseum.de

Techno Classica 2010 mit großem Erfolg zu Ende gegangen

Die 22. Techno Classica ist vorbei und hat alle Erwartungen übertroffen. Mehr als 170.000 Besucher konnten auf der weltgrößten Klassiker-Messe die Exponate von über 1.100 Ausstellern bewundern. Die IG TYP 86 bestückte ihren Messestand wie angekündigt mit drei ganz besonderen Fahrzeugen der VW Polo-Baureihe. Der 1977 gebaute Polo 1 L von Michael in gutem und unrestauriertem Originalzustand ließ zahlreiche Besucher ins Schwärmen geraten, die ihren alten Weggefährten im heutigen Straßenverkehr längst aus den Augen verloren haben. Sebastians 1986er Polo G40 Cup zog die Motorsport-Fans magisch an, inklusive einigen Rennfahrern und Mechanikern der damaligen Markenpokalserie. Mein 1987er Öko-Polo D.i.-G40 sorgte für Aufsehen, wie früh sich Volkswagen mit den Themen Ökonomie und Ökologie befasst hat, wo es geringe Treibstoffpreise noch nicht so nötig gemacht haben wie heutzutage.

Auch die Datenbank unserer Polo 2 G40-Kontakte hat einen großen Sprung gemacht. Wir begrüßen insgesamt acht neue Eigentümer in unseren Reihen und können nun allein in Deutschland über 50 registrierte Polo 2 G40 verzeichnen.

Der überaus nette und stets produktive Kontakt zu den Vertretern der Stiftung AutoMuseum Volkswagen und dem Volkswagen Classic Parts Center rundete unseren Messeauftritt ab. Bilder von der Messe können in der Galerie betrachtet werden

Handtmann Firmengruppe entwickelt neuen Spirallader: Handmann Spirallader HSL®

Hält der Spirallader wieder Einzug in moderne Kraftfahrzeuge? Entwicklungsingenieur Joachim Nusser von der Firma Handmann Systemtechnik ist zuversichtlich. Pünktlich zur 63. IAA in Frankfurt zeigt Handtmann den neu entwickelten Lader auf ihrem Messestand. Ich hatte die Möglichkeit, Herrn Nusser auf der IAA zu interviewen.

Winkler: Herr Nusser, die Firma Handtmann präsentiert auf der IAA 2009 den HSL® (Handmann Spirallader). Wie lange hat die Entwicklung gedauert und wie groß ist ihr Team?
Nusser: Wir entwickeln seit ca. 2 Jahren an dem HSL®. Das Entwicklungsteam besteht aus insgesamt 10 Personen.

Winkler: Was sind Ihrer Meinung nach die ausschlaggebenden Argumente, die Sie zum Spirallader gebracht haben bzw. kamen auch andere Ladertypen in Betracht?
Nusser: Für den Spirallader spricht vor allem der hohe Wirkungsgrad, bzw. noch viel wichtiger, die Lage des Wirkungsgradoptimums im Volumenstrom/Druckverhältnis Kennfeld. Auch das sehr geringe Massenträgheitsmoment spricht für das Spiralverdrängungsprinzip, wodurch ein maximales Ansprechverhalten erreicht werden kann. Gerade heute ist im Kraftfahrzeugbau auch die Geräuschemission besonders wichtig, hier punktet der Spirallader erneut – besonders der HSL®.

Winkler: In Ihrer Beschreibung zielen Sie besonders auf die Verwendung des HSL® im Doppelaufladungsbereich ab – welche Kombination halten Sie für günstig?
Nusser: Der hier ausgestellte Lader ist für Ottomotoren mit zwischen 1.200 und 1.600 cm³ Hubraum optimal in einer Doppelaufladungsanwendung. Bei einem kleineren Hubraum wäre dieser HSL® auch als alleiniges Aufladegerät denkbar. Gegen eine Verwendung bei Dieselmotoren spricht nichts. Bei anderen Anforderungen kann der HSL® auch noch in der Größe variiert werden.

Winkler: Volkswagen hat in den 80er und 90er Jahren bekanntlich auch einige Modelle mit einem Spirallader – dem „G-Lader“ ausgerüstet. Haben Sie sich mit dem G-Lader bei der Entwicklung des HSL® auseinandergesetzt?
Nusser: Ja, das haben wir intensiv. Trotzdem ist unser Spirallader eine völlige Neuentwicklung, auch wenn beide Lader auf demselben Funktionsprinzip basieren.

Winkler (nachgefragt): Haben Sie sich etwas vom G-Lader ableiten können bzw. etwas verbessert?
Nusser: Ja, wir haben z.B. den Lagerabstand deutlich geringer gehalten als beim G-Lader, um es steifer auszuführen. Außerdem haben wir keinen Nebenantrieb wie der G-Lader, sondern einen Schwingarm – der Aufbau ist also deutlich einfacher.

Winkler: Ich möchte Ihnen gerne noch einige Fragen zu Konstruktionsdetails stellen. Aus welchem Material stellen Sie Gehäuse und Verdränger her?
Nusser: Das Gehäuse besteht aus Aluminium, hier bei dem Messemodell noch im Sandgussverfahren* hergestellt. In der Großserienfertigung würde man hier zum Druckgussverfahren greifen. Der Verdränger besteht aus einer Magnesiumlegierung, die Prototypen wurden bereits im Druckgussverfahren gefertigt.

*Anmerkung: „Sandgussverfahren“ meint hier, dass eine Gussform aus geformten Sand verwendet wurde. Diese Form wird nach einem einmaligen Gießverfahren zwangsläufig zerstört; da sie aber für Einzelteile einfacher herzustellen ist, verwendet man dieses Verfahren häufig im Prototypenbau. Für eine spätere Fertigung in größerer Stückzahl werden nach Möglichkeit wiederverwendbare Formen verwendet.

Winkler: Wie hoch sind die Arbeitskammern, wie groß ist die Exzentrizität und wie viele Arbeitsräume bilden sich?
Nusser: Wir haben auf dem Verdränger auf jeder Seite eine Spirale, sodass sich insgesamt vier Arbeitskammern ergeben. Die Höhe der Spiralwände beträgt rd. 57 mm und die Exzentrizität der Welle 8,5 mm.

Winkler (nachgefragt): Das heißt, der HSL® verfügt über eine Spirale je Seite und nicht wie der Verdränger des G-Laders, über zwei. So bilden sich auch vier statt acht Arbeitsräume wie beim G-Lader. Warum haben Sie keine Doppelspirale je Seite verwendet?
Nusser: Das ist richtig. Eine Doppelspirale ist deutlich aufwendiger zu fertigen und daher wesentlich kostenintensiver, für die beschriebene Anwendung reicht die Fördermenge völlig aus.

Winkler: Für welche Drehzahlbereiche ist der HSL® vorgesehen?
Nusser: Für bis zu 10.000 U/min.

Winkler: Wie haben Sie die Abdichtung zwischen Verdränger und Gehäuse gelöst?
Nusser: Mit Dichtleisten, jedoch ohne Federn wie z.B. beim G-Lader. Wir entwickeln zusammen mit Lieferanten das optimale Material, sodass die Lebensdauer der Dichtleisten der Fahrzeuglebensdauer entspricht. Dadurch werden beim HSL® beispielsweise keine Serviceintervalle nötig sein.

Winkler: Wie werden bewegliche Teile geschmiert?
Nusser: Der HSL® besitzt einen integrierten Ölkreislauf. Dieser kann entweder an den vorhanden Motorölkreislauf angeschlossen, oder autark betrieben werden. Für einen dem Ladedruck angepassten Öldruck sorgt ein zwischen Vor- und Rücklauf angebrachtes Druckregelventil.

Winkler: Können Sie sich auch andere Größen des HSL® vorstellen?
Nusser: Natürlich, der Lader wird anhand den Anforderungen entwickelt und gebaut. Gewisse Spielräume haben wir ausgehend von der entwickelten Baugröße, massive Änderungen setzen jedoch eine vollständige Überarbeitung und Erprobung voraus.

Winkler: Vielen Dank, Herr Nusser, für dieses aufschlussreiche Gespräch.

Handtmann HSL® Spirallader

Handtmann HSL® Spirallader