{"id":180,"date":"2014-08-12T18:38:47","date_gmt":"2014-08-12T16:38:47","guid":{"rendered":"http:\/\/g-lader.info\/blog\/?p=180"},"modified":"2024-01-24T15:47:02","modified_gmt":"2024-01-24T14:47:02","slug":"editiorial-frueher-der-neon-klecks-heute-stancing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/g-lader.info\/blog\/2014\/08\/12\/editiorial-frueher-der-neon-klecks-heute-stancing\/","title":{"rendered":"Editiorial: Fr\u00fcher der Neon-Klecks, heute &#8222;Stancing&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/g-lader.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/M.I.V.W.20142528NL2529_IMG_4347.JPG.small_.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-181\" srcset=\"http:\/\/g-lader.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/M.I.V.W.20142528NL2529_IMG_4347.JPG.small_.jpg 600w, http:\/\/g-lader.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/M.I.V.W.20142528NL2529_IMG_4347.JPG.small_-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Man kann sich fragen, was &#8222;Mode&#8220; eigentlich genau ist. Viele und auch ich denken dabei zuerst an halbnackte, anorektische Models, die in unpraktischen Kleidungsst\u00fccken \u00fcber einen Pariser Laufsteg st\u00f6ckeln wie ein Storch im Salat. Ist Mode das, was uns gut gef\u00e4llt, oder das, was uns suggeriert wird, zu gefallen? Oder einfach nur ein Herdentrieb, getragen und multipliziert von den Medien? Dazu darf jeder seine eigene Ansicht ermitteln. Aber bitte ohne Aluhut.<br>Dies ist wieder einmal ein Editorial von mir, dem Webmaster, und daher schreibe ich auch ein paar Gedanken von meiner Seite dazu auf. Ich f\u00fcr meinen Teil habe viele Moden kommen und gehen sehen. Oder man sagt &#8222;Trends&#8220; dazu, auch diese kommen und gehen. Sehr lebhaft erinnere ich mich an die 1980er. Airbrushs auf der Motorhaube lagen einmal voll im Trend. Heulende W\u00f6lfe, Gewitterhexen, im Mondlicht springende Delphine &#8211; die Kreativit\u00e4t machte auch damals schon keinen Halt. Sp\u00e4ter waren es diese neon-farbenen Kleckse, die bevorzugt an Kleinwagen-Karosserien hafteten wie fr\u00fcher einmal Schulterpolster in Polyesterjacken. Hand aufs Herz &#8211; wer hat sich damals den Aufkleber aus dem Baumarkt mitgebracht, zwischen Primeln und Grillkohle? Ich jedenfalls nicht. Ein paar Jahre sp\u00e4ter waren Flipflop-Lackierungen der letzte Schrei. Kaum ein Highend-Tuningfahrzeug kam ohne schillernde Mehrfarblackierung aus. Und hier muss ich tats\u00e4chlich zugeben, dass es Farbkombinationen gab, die mir pers\u00f6nlich sehr gut gefallen haben. So &#8211; bis hierhin mal ein Summenstrich. Was sehen wir davon heute noch? Kaum etwas. Diese Trends sind vorbei, diese Mode ging schon lange in die Altkleidersammlung, sind so uncool geworden wie das Arschgeweih. <br><br>Auch heute schlendere ich noch \u00fcber Auto-Treffen und stelle fest, wie alt und verkn\u00f6chert ich doch mit meinen Ansichten geworden bin. Zum Beispiel der Trend zum &#8222;Rat-Style Look&#8220;: dieser schwappte aus der US-Szene r\u00fcber und hat sich lange gehalten. Inzwischen ebbt die Zahl von Fahrzeugen mit Rost-Effekt lackierten Plastiksto\u00dfstangen (zum Gl\u00fcck) wieder ab. Neue &#8222;Ratten&#8220; (frei \u00fcbersetzt ist eine &#8222;Ratte&#8220; ein mutwillig zerst\u00f6rtes Fahrzeug mit der Absicht zu zeigen, dass sich der Besitzer f\u00fcr gar nichts sch\u00e4mt) werden zuk\u00fcnftig dann wohl nur noch von Leuten gebaut werden, die sich einfach keine vern\u00fcnftige Karre leisten k\u00f6nnen. Ich muss bei der Vorstellung schmunzeln, wenn vielleicht einmal deren Kinder Fotos von Papas coolen Autos von fr\u00fcher sehen wollen. Auch wenn zugleich die Vorstellung schockt, dass sich diese Klientel zumindest biologisch in der Lage ist, sich fortzupflanzen.<br>Noch recht neu oder bislang au\u00dferhalb meiner Wahrnehmung scheint aktuell das so genannte &#8222;Stancing&#8220; zu sein. Dazu habe ich mich im Internet mal nach einer Definition umgesehen und fand sinngem\u00e4\u00df folgende Erkl\u00e4rung: &#8222;Stancing ist das Ver\u00e4ndern der Rad-Reifen- und Fahrwerkskombinationen in der Art, dass Reifenflanke und Kotfl\u00fcgelkante m\u00f6glichst nah in Ruheposition stehen.&#8220; Aha. Meine eigene Definition dazu lautet: &#8222;Stancing ist eine Art des Tunings, mit m\u00f6glichst viel Geldaufwand und irreversiblen Ver\u00e4nderungen an der Karosserie die maximale Verschlechterung der Fahrbarkeit zu erlangen.&#8220; Mitnichten &#8211; ich glaube niemand hat etwas gegen sch\u00f6ne Felgen, die auch teuer sein k\u00f6nnen. Nicht einmal ich, der sich selber als notorischer Motzkopf sieht. Nur ein paar Erlebnisse beim zuletzt besuchten M.I.V.W wollen (m\u00fcssen?) offenbar noch verarbeitet werden: da gab es diese &#8211; nennen wir sie mal &#8222;VW- und Audi-Fans&#8220;, die mit ihrem Fahrzeug aus aktueller oder nur k\u00fcrzlich eingestellter Produktionslinie voll angesagt waren, zumindest wenn man den Medien (s.o.) glaubt. Fette Pellen fallen sofort ins Auge, die allein mehr kosten als ein gepflegter Youngtimer (MIT Charakter&#8230; *hust*). Fehlen darf auch nicht der Ebay- Standardsatz Sticker (Shocker-Hand, Wheel-Whore&#8230;). Und nat\u00fcrlich Airride, ein Luftfahrwerk mit variabler H\u00f6he. Und so gab es sich, dass diese Kombinationen aus Fahrzeug und &#8222;Fan&#8220; \u00fcber den Platz gockelten und wenn mal zu wenig Leute in deren Richtung guckten, wurde kurzerhand das Luftfahrwerk auf die maximale Tiefe gefahren. Das f\u00fchrte dann unweigerlich dazu, dass irgendwas am oder der Fahrzeugunterboden lautstark auf der Fahrbahn kratzte. Nat\u00fcrlich guckten dann wieder alle, Ziel erreicht. Eine Niveauregulierung f\u00fcr den Geisteszustand der Insassen h\u00e4tte in meinen Augen mehr Sinn gemacht. <br>Effekthascherei um jeden Preis &#8211; das ist die Konstante in allen Trends. Was das Rad f\u00fcr den Pfau oder der rote&#8230; *piep*&#8230; f\u00fcr den Pavian, das sind auch Trends der so genannten Automobilkultur. Vorbei ist die Zeit, in der einfach interessante Fahrzeuge z\u00e4hlten &#8211; heute haut man einen Golf >5 platt auf die Stra\u00dfe, packt fette R\u00e4der und einen Haufen Sticker drauf. Fertig ist der &#8222;Pokalj\u00e4ger&#8220; und der Artikel in der Szenezeitschrift.<br>Trends polarisierten schon immer und das wird sich wohl auch nie \u00e4ndern. Interessant finde ich nur, dass ich selber immer h\u00e4ufiger auf der Seite stehe, die verst\u00e4ndnislos mit dem Kopf sch\u00fcttelt.<br><br>Nehmt es mir bitte nicht \u00fcbel und wer das sch\u00f6n findet &#8211; bitte. Ich muss ja nicht damit fahren. Fr\u00fcher war eh alles besser, inklusive der Rechtschreibung &#8211; das geht an alle, die sich \u00fcber die (allerdings korrekte) Schreibweise des Wortes &#8222;Delphine&#8220; wunderten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Euer <br>Basti \/ Mail Man G40<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann sich fragen, was &#8222;Mode&#8220; eigentlich genau ist. Viele und auch ich denken dabei zuerst an halbnackte, anorektische Models, die in unpraktischen Kleidungsst\u00fccken \u00fcber einen Pariser Laufsteg st\u00f6ckeln wie ein Storch im Salat. Ist Mode das, was uns gut gef\u00e4llt, oder das, was uns suggeriert wird, zu gefallen? 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