Adé Dieselstraße

Das Volkswagen AutoMuseum zieht um auf das Werksgelände

Das 40. Jubiläum seit der Eröffnung wird das AutoMuseum Volkswagen nicht mehr auf der jetzigen Adresse Dieselstraße 35 in Wolfsburg feiern. Denn das Museum zieht um! Die Rede ist vom Gebäude der „alten Feuerwache“, welches sich nördlich der Autostadt und direkt an der VW-Mittelstraße auf dem Werksgelände von Volkswagen befindet. Die Neueröffnung könne bereits Anfang 2024 sein, erklärte kürzlich Markenvorstand Thomas Schäfer.

Mit dem Umzug auf das Werksgelände könnten einige Dauerprobleme gelöst werden, allerdings entstehen möglicherweise auch neue: sicherlich bietet das Gebäude der alten Feuerwache nach entsprechendem Umbau eine gute Basis für die angemessene Präsentation der „Schatzkammer von Volkswagen“. Die Anbindung an die Autostadt, wo bekannterweise viele Käufer von Volkswagen die persönliche Abholung ihrer Neuwagen zelebrieren lassen, würde für einen ständigen Besucherstrom sorgen. Und vermutlich endet damit Gott sei Dank ein unsägliches Kapitel des Spießertums und interner Grabenkämpfe, denn in der Autostadt gab es allzu lange keinen Hinweis auf das Museum in der Dieselstraße außer einem kleinen Schriftzug, wenn geliehene Ausstellungsfahrzeuge aus dem Museums-Pool stammten. Wenn die Besucher zukünftig einen Teil des Werksgeländes betreten, der als Produktionsstätte aktuell noch besonders geschützt wird, könnte ein neues Problem entstehen: hier müssten also vermutlich die Grenzen neu gezogen werden. Eine weitere Perspektive könnte sein, nie genutzte Fundamente von weiteren Glastürmen zu nutzen, die sich genau südlich des neuen Standortes befinden. Kopfkino! Man darf gespannt sein, wie sich die Sache weiter entwickelt und auch, ob und wie die Einbindung von Volkswagen Classic mit dem eigenen Fuhrpark erfolgen wird. Positiv ist diese Nachricht in jedem Fall.

Mein persönlicher Senf dazu

Wer in der Meldung zum Wirtschafts-Empfang der Wolfsburger Marketing Gesellschaft (WMG) am 11.10.2022 im AutoMuseum zwischen den Zeilen gelesen hat, konnte in der Formulierung „in der abschließenden Diskussion, zu der auch Armin Maus, Geschäftsführer der Autostadt, auf die Bühne gebeten wurde, demonstrierten alle den gemeinsamen Schulterschluss für eine zukunftsweisende Perspektive für das AutoMuseum Volkswagen“ schon herauslesen, dass die Dinge wieder in Bewegung sind. Dass es dann doch so schnell zu Schlagzeilen in den Wolfsburger Tageszeitungen am 6./7.12.2022 kam, habe ich persönlich nicht erwartet. Allzu oft gab es Gespräche, dass die Präsentation der „Schatzkammer der Marke“ Volkswagen unter dem undichten Dach einer ehemaligen Textilfabrik nicht angemessen ist – so formulierte es sinngemäß zuletzt auch Thomas Schäfer, Markenvorstand von Volkswagen.

Aus der Sicht eines externen Fans der Marke habe ich mich mit vielen Dingen arrangiert und durch Kontakte in die Volkswagen-Welt hinein lernen müssen, dass Probleme oft genug nur Probleme sind, weil Volkswagen. (der Satz endet hier absichtlich; Stilmittel) Stattdessen durfte ich aber das große Herz des Volkswagen-Museums und der damit verbundenen Personen kennenlernen. Denn schließlich hat der große Automobilhersteller Volkswagen es lange nicht richtig auf die Reihe bekommen, in den Dialog mit seiner Fanbase zu treten – das AutoMuseum hat dies aber geschafft und das ist nicht zuletzt den eben erwähnten Personen zu verdanken. „Viel Herz und wenig Geld“ könnte man passenderweise sagen. Jetzt passieren bewegende Dinge mit dem Museum, sie schichten sich um, sie ziehen um, bekommen -so heißt es- möglichweise mit der Autostadt einen neuen Betreiber. Bei der Autostadt war bislang (mit wenigen Ausnahmen) mein Eindruck „viel Geld und wenig Herz“. Da hat mir das unperfekte Volkswagen-Museum dann besser gefallen, auch wenn es an Regentagen vielen Eimern im Ausstellungsraum auszuweichen galt. Ich für meinen Teil wünsche mir, dass der Draht zu den Fans, also auch völlig eigennützig zu mir, nicht abreißt, denn gerade der Freundeskreis vom AutoMuseum zeigte mit dem einzigartigen Motorenkabinett, was gerade „Nicht-Offizielle“ leisten können. Und ich werde auch nicht jedes Mal wenn ich in Wolfsburg bin 18 Euro aus dem Portemonnaie ziehen um das VW-Disneyland (Autostadt) durchqueren zu müssen, um auch das VW-Museum sehen zu können.

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